Wie du dich von dieser schlechten Angewohnheit für immer befreist

von Kaffee wegkommen

Es war die Hölle.

Diesmal gibt es kein zurück.

Ich boxe sie die Treppe herunter. Stufe für Stufe.

Fast 20 jahrelang war ich dieser schlechten Gewohnheit verfallen. Ich übernahm sie von meinen Eltern, die sie wiederum von ihren Eltern mitgeliefert bekamen.

Ahnst du wovon ich spreche?

Genau: vom Kaffeetrinken. Unüberlegt wird dieses schwarze Getränk schon Jugendlichen angeboten. Dünne Fäden entwickeln sich im Lauf der Jahre zu dicken Seilen. Und dann…

willst du aufhören und kannst nicht. Du trinkst weiter, obwohl dir schon längst klar ist, das dir Kaffee schlecht tut. Aber wir Menschen sind mit einer krassen Gabe ausgestattet:

Schönfärberei

Wir blenden die negativen Wirkungen einfach aus. Wir erfinden Ausreden: „Morgens brauche ich meinen Kaffee.“ und „Kaffee ist das einzige Laster, was ich mir gönne.“ Nüchtern betrachtet ist das der reinste Selbstbetrug. Oder doch der Schlüssel zur psychischen Gesundheit?

Caroline Keating forscht seit zwei Jahrzenten zu diesem Thema und meint sogar

„Der Mensch scheint mit einem Hang zum Selbstbetrug geboren zu sein.“

Die Neigung hilft uns Herausforderungen und Veränderungen zu bewältigen. Noch mehr:

Der amerikanische Sachbuchautor Joseph Hallinan beschreibt es als psychologisches Immunsystem.

Schönfärberei verleiht Hoffnung und ein Gefühl der Kontrolle – überlebenswichtige Eigenschaften. Doch dann wachst du auf.

Beim Blick in den Spiegel siehst du die krassen Auswirkungen von Kaffee. Du spürst sie am ganzen Körper: Herzrasen, Müdigkeit, Gereiztheit, Unkonzentriertheit, Mundgeruch, Magenreizungen, Nieren- und Kopfschmerzen, Aufstoßen, deprimierte Stimmung…

Die große Frage lautet:

Wie kommst du los von dem Zeug?

Willensstärke, sagen da viele Menschen.

Ein oder zwei Tage – kein Problem. Spätestens am dritten Tag wirst du unruhig.

Deine Gedanken schweifen nur noch um das eine .

Du vermisst es, wenn du morgens aufstehst, am Computer arbeitetest, von der Arbeit kommst oder in einer gemütlichen Runde sitzt.

Du trauerst, leidest und hast über Tage einen Specht im Kopf. Das macht dich mürbe und mies drauf. Die Wahrheit ist hart.

Du bist auf Entzug. Du bist ein Kaffeeabhängiger.

Nach einer Woche springst du fröhlich durch die Gegend. Du hast es geschafft.

Dann bist du unterwegs, bei Freunden oder richtest eine Geburtstagsfeier aus. Du sitzt in gemütlicher Runde und trinkst nur diesen einen Milchkaffee, Cappuccino oder Kaffee.

Tja, Pech gehabt.

Jetzt bist du wieder im Kreislauf.

Glaube mir. Ich habe es durch drei- oder viermal. Und jedes Mal, wenn ich rückfällig wurde, war es schlimmer als zuvor – körperlich, aber vor allem musste ich mir selbst eingestehen, dass ich es nicht schaffe.

Das schmerzt und ist ein beschissenes Gefühl.

Es gibt einen Weg diesen Kreislauf zu unterbrechen und Gelüsten zu widerstehen.

1. Triff eine Entscheidung

„Der Mensch wird zum Sklaven der Handlungen, die er ständig wiederholt. Was er einst frei gewählt hat, zwingt ihn zuletzt. Der Beginn einer Gewohnheit ist wie ein unsichtbarer Faden; doch jedes Mal, wenn wir die Handlung wiederholen, stärken wir den Faden und fügen ihn einen weiteren hinzu, bis aus ihm ein starkes Seil wird, das unser Denken und Handeln fesselt.“ Orison Marden

Willst frei sein von Abhängigkeiten? Willst du 100%ig mit dem Kaffeetrinken aufhören und die Fesseln abstreifen?

Ja oder nein.

Es ist deine Entscheidung und Gesundheit. Übernehme Verantwortung.

Bevor du losstürmst, mach dir einen Plan und beachte die nächsten Punkte.

2. Erkläre den Krieg

Im Ernst.

Du kämpfst gegen einen harten Gegner: eine lieb gewonnene Gewohnheit.

Sie ist eine automatische Handlung, über die wir gar nicht mehr nachdenken. Wir tun es einfach. Doch damit ist Schluss.

Du übst dich in Konzentration.

Bekräftige deinen Wunsch, markiere dir den Tag im Kalender und erzähle aller Welt von deinem Vorhaben. Kaffeetrinken wird für dich nie wieder selbstverständlich sein.

Du nimmst ab sofort eine neue Haltung ein und gibst bewusst eine schlechte Gewohnheit auf.

Was bisher dein Freund war, wird nun zu deinem Feind.

Entferne alles, was dich an deine schlechte Gewohnheit erinnert aus deiner Wohnung. Kein Krümel soll übrig bleiben.

Verschenke den Restkaffee. Oder schmeiß ihn samt Kaffeebüchse und Messlöffel weg. Pack deine Lieblingskaffeetasse gleich dazu. Übe zu Hause absolute Abstinenz. Mit cleveren Maßnahmen kannst du sogar deinen Partner davon überzeugen.

Erkläre deiner Familie, dass du fest entschlossen bist vom Kaffee loszukommen. Sag ihnen, dass du nur Erfolg hast, wenn er nicht in der Nähe ist. Sie können Kaffee trinken, so oft sie wollen und wo sie wollen, nur nicht zu Hause.

Mit dem nächsten Tipp kriegst du sie garantiert.

Versprich ihnen, dass du ihnen ebenfalls einen Gefallen tust, wenn sie dieses Opfer für dich bringen. Das Wichtigste: überzeuge sie von deinem festen Willen und bleib standhaft mit dem dritten Punkt.

3. Schreib dir die negativen Folgen auf

Was geschieht mit dir, wenn du Kaffee trinkst?

Warum willst du damit aufhören?

Formuliere dir deine individuellen Sätze. Dramatisiere die Folgen vor deinem geistigen Auge. Wenn du schwach wirst, lies dir die Punkte mehrmals durch.

Auf deinem Zettel könnte stehen:

  • Kaffee macht Falten. Ich kriege echt hässliche Falten im Gesicht, weil Kaffee meinen Zellen notwendiges Wasser entzieht.
  • Kaffee ist verbrannt und bitter. Ich stinke aus dem Mund und meine Zähne sind gelb. Würde ich so jemanden küssen wollen?
  • Kaffee ist ein Süchtigmacher. Er hat eine stimulierende Wirkung auf meinen Geist und Organismus. Ich spüre, dass Kaffee mich müde und deprimiert macht.
  • Kaffee übersäuert meinen Körper. Durch Kaffeetrinken gerät der Säure-Basen-Haushalt meines Körpers in ein Ungleichgewicht. Mein ganzer Organismus muss jetzt gegensteuern und verliert wertvolle Energie. Ich stoße laufend auf. Voll eklig.
  • Kaffee belastet meine Nieren. Sie filtrieren die in Kaffee enthaltenen Giftstoffe und müssen zusätzliche Arbeit leisten.
  • Kaffee ist ein Karzinogen. Er ist an der Entstehung von Eierstock-, Blasen-, Pankreas-, Brust-, Magen- und Dickdarmkrebs beteiligt.
  • Er enthält keinen nährstofflichen Wert.

Für zu Hause bist du gewappnet. Was machst du in der bösen Welt da draußen?

4. Geh auf die Suche

Menschen, Orte oder Ereignisse geben dir einen Mini-Reiz. In deinem Hirn geht es jetzt so richtig ab. Dein Verlangen ist geweckt.

Bereite dich auf diesen Ernstfall vor.

Mach dir eine Liste mit Faktoren, die dich zum Kaffeetrinken bringen. Überlege dir eine Strategie, wie du diese Auslöser in Zukunft vermeiden kannst. Und…

halte dich von den Umständen fern, die deinen Entschluss ins Wanken bringen.

Du kennst dich besser als jeder andere und weißt, wann du schwach wirst und warum. Sei ehrlich zu dir. Geh Auslösern aus dem Weg.

„Das ist doch feige und sieht wie Flucht aus.“

Nein.

Ich sage, es ist der einfachste und sicherste Weg zum Erfolg. Einen Alkoholiker schickst du doch nicht zum Bierholen. Oder?

Trainiere deine Selbstbeherrschung auf positive und entschlossene Weise. Du wirst stärker, nicht schwächer – auch in anderen Bereichen deines Lebens.

5. Mache es wie die Fußballer

Zwei Wochen lang klappt es.

Dann wirst du schwach und trinkst einen Cappuccino.

Typischer Rückfall. Aber du hast tolle zwei Wochen durchgehalten, obwohl du früher eine oder mehrere Tassen am Tag getrunken hast. Freue dich darüber.

Jetzt hast du ein neues Ziel.

Du willst diesen Rekord brechen. Wenn du es zwei Wochen lang ohne Kaffee geschafft hast, weißt du, dass du stark bist und nein sagen kannst. Du hältst es noch länger aus.

Zwar bist du in eine Falle getappt, aber du lernst daraus und gehst weiter.

Ich bin kein großer Fußballfan, aber eine Sache finde ich genial: der Fußballer trifft nicht bei jedem Schuss ins Tor. Aber er versucht es wieder und wieder, denn er weiß

„Nur wer schießt, kann treffen.“

Manchmal gelingt ihm jede Toraktion. Dann gibt es wieder längere Durststrecken. Mach es wie Müller: schieß einfach und werde Torschützenkönig.

Halte dir deinen Fortschritt vor Augen, indem du dir ein Buch anlegst.

Viele Menschen nutzen einen Wandkalender. Trage ehrlich deine Sünden ein und du erkennst die Auslöser und kannst darauf reagieren.

Mit der Zeit siehst du, dass die Phasen ohne Kaffee  länger werden. Es fällt dir leichter, dieser schlechten Gewohnheit zu widerstehen.

Jedes Mal, wenn du „nein“ sagst, löst du das Band ein wenig mehr und bist stolzer auf dich.

Aber vergiss nie…

6. Genieße den Weg

Verbissen oder fröhlich.

Wie möchtest du sein und auf andere wirken?

Was nutzt es dir, wenn du ohne Kaffee lebst, aber so gar keinen Spaß hast.

Wähle bewusst gesunde Alternativen:

Nimm den leichten Weg

So nah am koffeinfreien Leben warst du noch nie.

Dein großer Vorteil: mit diesem Plan entwickelst du Stück für Stück mehr Selbstbeherrschung. Wollen wir etwas verändern, werden wir leicht blind voller Tatendrang und Euphorie.

Wir sehen nur wohin wir wollen, aber nicht wie wir dorthin gelangen. Das kann uns sogar schaden.

Manchmal neigen wir dazu Methoden anzuwenden, die uns langfristig nicht gut tun und zu Konflikten führen. Lebe im Moment.

Tue jetzt das Richtige.

Bei der Ernährungsumstellung ist es das Gleiche. Du tauschst deine schlechten Gewohnheit gegen gesunde. Das geht nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Kaffee, Käse, Brot, Nudeln kannst du ebenso aus deinem Leben streichen.

Einfach anfangen und entspannt zu mehr Rohkost. Das ist auch das Motto von Nadines Kurs.

Probiere es selbst aus. Such dir jetzt ein Heft und arbeite den Plan durch.

Wir freuen uns über deine Fragen oder Anmerkungen. Schreib uns ein Kommentar.

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Antje Düwel

Antje Düwel

unterstützt Unternehmerinnen dabei unglaubliche Energie zu gewinnen, um ihre Ziele leichter und mit mehr Freude zu erreichen.
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Antje Düwel
8 Antworten
  1. Eva
    Eva says:

    Super, Eure Tipps. Ich selbst habe in den letzten 10 Jahren mit allen Süchten aufgeräumt, die ich hatte. Kaffee/Cappuccino/Kakao, Brot, Schokolade/Süßkram, Käse, Kochkost. Seit einigen Jahren bin ich nun vegane Rohköstlerin und fühle mich besser und fiter als mit 30 (bin jetzt 49 J.). Ganz besonders das Durchbrechen der liebgewonnenen Rituale war schwierig für mich (das Verhalten gleich nach dem Aufstehen, gemütliche SitIn´s mit Freunden, Grillen, Essen gehen, Feierlichkeiten, Emotionale Belohnungen etc.). Besonders wichtig finde ich Euren Hinweis auf die Rückfälligkeit und die Tipps, wie man damit umgehen kann. Ich kenne viele in meinem Bekanntenkreis, die einen Rückfall als willkommene Ausrede nutzen, nicht von ihren Süchten lassen zu können. Oft höre ich dann das Wort „Veranlagung“ in Verbindung mit ihrer Resignation. Und dann folgt die von Euch erwähnte Schönfärberei. Wer wirklich eine Sucht loswerden will und den Sinn dahinter sieht, der lässt sich von gelegentlichen Rückschlägen nicht aufhalten. Während die positiven Zeiten dabei immer länger werden, reduzieren sich die Rückschläge bzw. nehmen u.U. nicht mehr so krasse Ausmaße an. Der Körper zeigt mehr und mehr, das er das Suchtmittel immer schlechter verträgt und nach dem Gesunden lechzt. Ich hoffe, das Eure wertvollen Tipps allen Interessierten zu mehr Gesundheit und Vitalität verhelfen. Lg Eva

    Antworten
    • Antje Düwel
      Antje Düwel says:

      Liebe Eva, danke für deinen wertvollen Kommentar. Es ist wichtig, dass wir durch eigene Erfahrungen lernen und aber auch gegenseitig unterstützen und Vorbild sind. Am aller wichtigsten: Verantwortung für sich übernehmen und Stück für Stück mehr schlechte Gewohnheiten ablegen ;). LG Antje

      Antworten
  2. Hans-Jürgen Lahann
    Hans-Jürgen Lahann says:

    Hallo Antje!

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Kommt bei mir gerade richtig, bin nämlich wieder dabei, nach Kaffee zu greifen 🙂
    Was ich noch ergänzen würde: Hinter jeder „Sucht“ steckt ein seelisches Bedürfnis. Das gilt es zu finden und anders zu stillen, dann klappts auch mit dem „Entzug“.
    Nochmals vielen Dank und liebe Grüße
    Hans-Jürgen

    Antworten
    • Antje Düwel
      Antje Düwel says:

      Hey Hans-Jürgen, super wichtige Ergänzung vielen Dank. Hilfreich ist, wenn du ein Buch führst über die Rückfälle. Es gibt Hinweise, was du in bestimmten Situationen suchst 🙂 LG Antje

      Antworten
  3. Birthe
    Birthe says:

    So klasse…danke für den Artikel, liebe Antje!
    Das ist gar nicht so einfach…bei mir ist es die Schokolade….
    Welche negativen Folgen finden sich denn da?
    Ja, der Zucker….aber, was ist, wenn ich sie nun mit Dattel oder Honig mache?
    Soll sie wirklich mein Feind sein….oh, da wird mein Kopf leicht schwammig….das ist wahrscheinlich alles unbewusste Taktik….Ist das denn nötig? Wieso sollte ich sie nicht mehr essen? Sie tut mir doch auf anderer Seite so gut ;-)….. und die guten Antioxidantien…und war da nicht auch Magnesium drin? Oh, wei…..die ist ganz schön klebrig…meine liebe Schokolade ❤️…

    Antworten
    • Antje Düwel
      Antje Düwel says:

      Hey Birthe, ja das Süßzeug. Ich als alte Kekstante habe da auch so meine Erfahrungen. Fakt ist, dass viele Menschen auch in der Rohkost zu süß essen. Gerade in der Anfagsphase haufenweise Datteln, Agavendicksaft und Co. Finden wir Schokolade so in der Form in der Natur? Eher nicht. Aber ich weiß, alles auf einmal geht nicht. Also Stück für Stück. Da wären wir auch bei der Schönfärberei, aber irgendwann brauchst du keine Schoki mehr. Warte ab und dann ran an das Thema. Dir alles Liebe und danke dir für deinen Kommentar. LG Antje

      Antworten
  4. Ursula
    Ursula says:

    Guter Plan – ich hatte einen kalten Entzug 3 Wochen Klinik in der es keinen Kaffee gab, Danach hat er mir nicht mehr geschmeckt und ich habe nicht wieder damit angefangen. Ich trinke jetzt grünen Smoothie, Zitronenwasser, Tee oder Apfelessigwasser.

    Antworten
    • Antje Düwel
      Antje Düwel says:

      Hey Ursula, hat das Schlechte also wieder auch etwas Gutes. Und noch besser, du hast auch nicht wieder angefangen. Meinen Glückwunsch! Der Plan ist auch bei anderen schlechten Gewohnheiten einzusetzen, wenn du noch welche hast 🙂 LG Antje

      Antworten

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